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#WMDEDGT – Ich habe heute leider kein Foto für dich

  • Autorenbild: Christine Ubeda Cruz
    Christine Ubeda Cruz
  • vor 16 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Kalenderblatt 5.1.2026: Und wie war dein Silvester? Null Ahnung, ich habe noch keine Fotos gesehen
Und ich hab' an Silvester gefeiert - ganz ohne Fotos



Irgendwie haben wir 2025 geschafft. Nun stehen uns 12 frische Monate, 52 neue Wochen oder, Stand heute, noch 360 neue, unbeschriebene Tage des neuen Jahres zur Verfügung. Also ich, für meinen, Teil werde jeden einzelnen davon nutzen.


Meine ersten vier Tage waren still, heimelig und sehr schön. Nur so gar nicht in meinem mir lieben Rhythmus. Aber heute, am 5. Tag des neuen Jahres, und am 5. eines jeden Monats, so will es die Tradition, lädt #FrauBrüllen unter dem Hashtag "#WMDEDGT – was machst du eigentlich den ganzen Tag?" dazu ein, genau das aufzuschreiben. Ach herrlich. Endlich wieder Normalität. Endlich wieder schreiben.


Also sitze ich am Schreibtisch, der Cursor blinkt erwartungsfroh, die Heizung gluckert leise vor sich hin und ich? Ich schaue dem Cursor beim Blinken zu.
 Die Seite, auf der er zuckt, bleibt weiß. Unberührt. So wie die schneebedeckte Wiese da draußen. Dabei führen so reine, weiße, unberührte Flächen bei mir gerne mal zu unreflektiertem Übermut. Bei einer noch glatten Schneedecke entwickelt mein Körper eine nicht kontrollierbare Eigendynamik. Meine Füße machen einfach. Sie müssen, entgegen aller Vernunft, wie ein junger Hund, der den Schneeflocken nachjagt, kreuz und quer ihre Spuren im Schnee hinterlassen. Noch wilder wird es, wenn ich mich unbeobachtet fühle. Dann tauche ich komplett in die weiße Pracht ein, lege mich kreischend auf den Rücken und mache den Schneeengel. Kennst du, gelle?! Für eine 60+Alte ganz schön kindisch – aber auch ganz schön herrlich!


Nun sind die Möglichkeiten verrückten Handelns an einem weißen Monitor mit blinkendem Cursor eher begrenzt. Obwohl! Ich seh’ da grad die bunten Aquarellstifte, die dicken Eddings … "Schluss – kein Vandalismus. Konzentriere dich. Du willst was über diesen Tag schreiben", ruft die Vernunft mir zu. Also gut.



Was habe ich heute gemacht?


Ganz wichtig, um überhaupt etwas zu machen, ist das Aufstehen. Also das erheben aus dem Bett, das Verlassen des Schlafgemachs. Das habe ich geschafft. Sogar zeitig. Um 7:15 Uhr. Danach tat ich, was sicher Milliarden von Menschen so tun: sich in einen gekachelten Raum begeben, vielleicht Zähne putzen, eventuell Wasser zum Waschen verschwenden, wobei, es soll auch Menschen geben, die genau dieses Wasser sparen, Haare kämmen und sich anziehen. Weiter ging es für mich in die Küche. Milch schäumen, Kaffee in den Siebträger pressen und aufs Knöpfchen drücken, damit heißes Wasser diesen unwiderstehlichen Duft und Aroma aus dem schwarzen Pulver presst. Hm, ich liebe diesen würzigen Geruch. Und erst der Geschmack. Für mich ist diese erste Tasse Kaffee des Tages wie ein Sonnenaufgang.


Apropos Sonne: Die hat sich hier in Frankfurt heute nicht gezeigt. Macht offenbar noch Ferien. Da, wo halb Frankfurt sich aufhält. Im Winterurlaub. Macht nix. Bleibt mehr Platz für die, die hier sind. Ich bin wieder überrascht, wie leer diese Stadt sein kann. Und beglückt. Wenn ich ’nen Parkplatz genau da finde, wo ich hinmuss. Wenn keine Schlange an der Kasse steht. Und – zu dieser Jahreszeit – besonders: die herzlichen und sicher auch noch ehrlich gemeinten guten Wünsche für das neue Jahr, im Zeitungsladen, beim Bäcker, in der Reinigung.


Eine Sache, die in meiner Wohnung bitter nötig ist, die ich aber so gar nicht liebe, ist der "Budenzauber". Der muss sein, nach einem zu viel an Weihnachtskecksen, gerne mehr schönen Besuchen, fetten Raclette-Abenden und rieselndem Adventskranz. Und – die Weihnachtsdeko muss weg. Eigentlich schreibt die Familientradition den 1.1. dafür vor. Hat 2026 schon mal nicht geklappt – den ersten "nichtgefassten" Vorsatz gebrochen. Egal …


Plötzlich höre ich ein Knacken, ein Gluckern, das Trommeln fallender Tropfen und dann ein lautes Platschen. Oh NEIN denke ich, während ich die Küche flitze. Am Boden breitet sich eine Lache Schmelzwasser aus, quer durch den Raum finde ich dicke Eisbrocken. Von der Decke des Gefrierschrankes tropft es. Die Wanne zum Auffangen des Tauwassers läuft über und vergrößert das Dilemma. Mist! Hab’ beim rumräumen und rumfeuteln doch glatt vergessen, dass ich die Kühl- und Gefrierkombi auf abtauen gestellt hatte.


Was ich dann tat, kannst du dir sicher sehr gut vorstellen. Weiter feuteln und räumen, wischen und saugen. Jetzt ist alles soweit fertig und ich sitze am Schreibtisch vor einem blinkenden Cursor.

Mittlerweile ist der Bildschirm kreuz und quer voll von wilden Spuren, bzw. meinen unkontrollierbaren Gedanken. Schön, dass du meinen Tag bis hierher verfolgt hast. Als Dank dafür habe ich auch heute "kein Bild für dich". Dafür aber viele wirre Worte. Denn auch das ist #WMDEDGT, nicht wischen und swipen und nur gucken, sondern schreiben, lesen und staunen.


Last but not least: Meine besten Wünsche für dein 2026!

 
 
 

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