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  • AutorenbildChristine Ubeda Cruz

Die Schreibfreundinnen: Das ALTE ist noch nicht weg. Das NEUE noch nicht da.

Aktualisiert: 6. Aug. 2023

Fingerhackeln mit einem Gummiband
Hin- und her

Kennst Du das auch? Du musst hier weg. Es geht nicht mehr. Oder es muss etwas weg. Du haderst. Überlegst. Planst. Suchst nach etwas Neuem. Anderem. Du bist voller Tatendrang. Und Optimismus. Aber dann wiederum steckst Du fest. Klebst. Wie ein alter, lästiger Kaugummi an der linken Sohle Deines Lieblingsschuhs. Hängst im und am Alten. Kommst nicht raus. Du kannst Dich nicht lösen. Es lassen. Oder verlassen.


Ein schweres Thema im fluffig leichten Sommer. Der manchmal auch ganz schön klebrig ist. Aber, ihr kennt das ja schon: Wir – die Schreibfreundinnen – haben keine Scheu. Auch nicht vor schweren, sich beharrlich haltenden Umständen. Denn das sind die Situationen im Leben, die es in sich haben. Wo es doppelt Sinn ergibt, mal genauer hinzuschauen.


Ein Klassiker im Bereich „Das ist noch nicht weg – sollte es aber sein“ sind Beziehungen. Verbindungen aller Art. Egal, ob zum (ehemaligen) Lieblingsmenschen, zu Verwandten, zum Arbeitgeber oder … das Verhältnis ist nicht (mehr) gut. Man weiß, dass es längst Zeit ist, zu gehen. Verbindungen zu lösen. Sich abzuwenden. Doch da ist etwas. Eine unsichtbare Masse, die hält. Wie Schnellkleber. Oder ein sehr kraftvolles, dickes Gummiseil. Du versuchst, Abstand zu gewinnen. Doch kaum bist Du 3 Schritte weg, holt Dich das Gummi auf Position. Du rennst dagegen an. Ackerst, ruderst, machst. Hast Dir Alternativen überlegt, erste Fakten geschaffen. Doch da ist dieses dicke, straff gespannte Gummiseil, dass Dich wieder zurückholt. Wieder und wieder.



Die Kraft der guten Gefühle


Im Fitnessstudio gibt es Bungee-Fitness-Training. Gut für den Körper. Noch besser für die Muskulatur. Sorgt für Kraft. Widerstandskraft. Und wenn Du genug hast vom Training, löst Du die Gummis. Und bist wieder frei. Fühlst Dich gut. Dein Körper ist voller Adrenalin. Warm. Präsent. Gestärkt. Und bereit für Neues. Da hast einfach ein gutes Gefühl.


Und jetzt spür mal nach: Wie wäre das Gefühl in Dir, wenn Du im „echten“ Leben dieses Gummiseil lösen würdest? Würdest Du taumeln? Da die Spannung plötzlich fehlt. Würdest Du in ein tiefes Loch fallen? Oder würdest Du Freude, Freiheit, Erleichterung spüren? Vielleicht beglückt, wie nach dem Training, lächeln? Würdest Du Dich „federleicht“ fühlen? Froh, es geschafft zu haben. Bersten vor Tatendrang? Und das Neue starten?


Einige von Euch werden jetzt ärgerlich die Stirn runzeln. Und laut schimpfen. Dass die Trainingseinheit im Fitnessstudio ja so gar nicht mit dem „echten Leben“ zu vergleichen sei. Und wisst ihr was? JA! Ihr habt recht. Es gibt grundlegende Unterschiede, ob ich mein Training oder eine Beziehung beende. Aber, jetzt kommt das große „Aber“: Mir geht es hier um das gute Gefühl in Dir. Diese positive, tiefe Empfindung. Die gilt es zu spüren. Zu manifestieren. Gute Gedanken und damit einhergehende Gefühle sind ein starkes Fundament. Auch für schwere Entscheidungen.


Achte gut auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Gefühle

Achte gut auf Deine Gefühle, denn sie werden zu Worte

Achte gut auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen

Achte gut auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten

Achte gut auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden zu Deinem Charakter

Achte gut auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal

wahrscheinlich Charles Reade, vermutlich chinesischen Ursprungs


Diese Ansammlung von klugen Sätzen zeigt mir ganz wunderbar, welche Macht Gedanken haben. Kaum vorzustellen, was dann gute Gefühle ausrichten. Wertschätzende Worte, gebende Handlungen, wohltuende Gewohnheiten, ein liebevoller, in sich ruhender Charakter und ein erfülltes Leben.


Also lasst uns von guten Gedanken leiten. Und dabei ist es völlig normal, auch düstere, negative, ängstliche zu haben. Das ist sogar gut so. Schützen uns die doch im Gefahrenfall vor Angriff. An Bedenken ist nichts Falsches dran. Denn sie sind evolutionsbedingt. Trotzdem und gerade deswegen dürfen wir gute Gedanken hegen und pflegen.


Ich hab‘s  ja nicht so mit dem Esoterischen. Jedoch faszinieren mich die unterschiedlichen Methoden in der positiven Psychologie. Von denen bin ich überzeugt. Mittlerweile. Denn ich habe am eigenen Leib, an meiner eigenen Psyche erfahren dürfen, was sie bewirken können.


Was mir hilft: Mir den Verlauf der Zukunft realistisch vorzustellen. Darf ich Dir dafür ein, zugegeben, recht neutrales Beispiel geben? Du möchtest eine Diät beginnen. Das Ziel ist klar: X Kilo sollen weg! Soweit so gut. Und was unterstützt Dich auf dem Weg dahin? Konsequent weniger/anders zu essen. Mehr Sport. Das braucht Disziplin. Verzicht. Vielleicht entsteht ein Gefühl von Mangel. Und der macht sich, ohne vorherige anders lautende Konditionierung, negativ bemerkbar. Was hier helfen kann? Sich sehr genau vorzustellen, wie es sein wird, sich leichter zu fühlen. Welches Gefühl sich Deiner ermächtigen wird, wenn Du Dich rundherum wohl in Deinem Körper fühlst. Wie es sich anfühlen wird, wenn Du ein bestimmtes Kleidungsstück tragen wirst …


Und dann hineinspüren: Was muss ich konkret machen? Was gehe ich einkaufen? Was werde ich Gesundes essen? Zusätzlich solltest Du Dich auch auf eventuelle Hindernisse gedanklich vorbereiten. So zum Beispiel „Was werde ich tun, wenn mir ein Stück Kuchen angeboten wird?“ Diesen Vorgang gedanklich konkret durchspielen. Und sich dabei an den Wunsch erinnern, dieses bestimmte Kleidungsstück tragen zu wollen. Also werde ich freundlich „Nein Danke“ sagen.


Wenn man all diese Gedanken antizipiert, baut sich im Gehirn so eine Art „prospektive Erinnerung“ also eine vorauseilende Erinnerung, auf. Das ist fürs Gehirn so, als hätte man das alles schon erlebt. Und dann greift es, im Bedarfsfall, auf diese Erinnerungs-Spur zurück: "Aha, so ist das. So kann es laufen, das habe ich schon mal bewältigt. Innerlich."


Also mir hat das ungemein geholfen. Gewissheit aufzubauen. Mich an das gute Gefühl zu erinnern, wie es sein wird. Und damit Einwänden wissend zu begegnen. Das war und ist nicht immer leicht. Altes loszulassen. Was mich jedoch häufig trägt: Das gute Gefühl, etwas Neues willkommen heißen zu dürfen. Und die Gewissheit: ALLES WIRD GUT! Denn ich hab's ja vorher schon mal gespürt.



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Neugierig, wie meine Schreibfreundinnen mit dem Alten und Neuen umgehen? Dann schau' mal hier:

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