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  • AutorenbildChristine Ubeda Cruz

Die Schreibfreundinnen - Wenn die SCHAM (nicht) auf‘s Papier tropft

Aktualisiert: 7. Juli 2023

Sieht so eine Person aus, die sich schämt?!

Wir, die sechs Schreibfreundinnen, machen und schreiben natürlich weiter. Wir mögen unsere virtuellen Sitzungen am Lagerfeuer der Gefühle. Und das Erzählen unserer Geschichten. Diesmal:

Wenn die Scham aufs Papier tropft - Wie geht es uns jetzt? Nachdem wir bereits drei Kapitel unserer Geschichten veröffentlicht haben?


Das Ganze war schon nicht so ganz ohne - kannst’e mir glauben! Denn: Wer gibt schon gerne das eigene „Scheitern“ zu? Zuerst sich selbst. Das ist der schwierigste Schritt. Dann der Familie. Auch kein leichter Weg. Und dann den Freund:Innen. Und den Schreib-Sisters. Das „Beichten“, „Gestehen“, „Fühlen“ und „Mitfühlen“ am Lagerfeuer. Da flossen Tränen. Reichlich. Viele Emotionen brachen sich bahn. Festigten unser Verständnis, unsere Gemeinschaft, das gegenseitige Vertrauen, steigerte Selbstvertrauen und das wunderbare Gefühl, aufgehoben und umfangen zu sein. Von den Freundinnen. Den wagemutigen Heldinnen. Den sechs Sisters, die mutig sind. Und Mut machen möchten. Mit ihren Geschichten, Erlebnissen und Erfahrungen.


Unser unsichtbares Band untereinander, das stützt. Schützt. Und gibt, immer wieder, Kraft. Sich der eigenen Situation, erneut, zu stellen. Darüber zu sprechen. Und zu schreiben. Dem Gefühl nachzuspüren. Wo bin ich jetzt? War das wirklich ein Scheitern? Und - muss/sollte/darf ich mich dafür schämen???



Was ist Scham eigentlich?


Soviel ist sicher: Scham ist eine Emotion. Die kann entstehen, wenn wir uns minderwertig, unzulänglich, peinlich berührt fühlen. Oder ein Ziel nicht erreichen - egal ob es ein selbst gesetztes oder vorgegebenes ist. Oder uns nicht eingestehen können/wollen, etwas nicht zu schaffen, zu mögen. Was anderen Menschen offenbar spielend gelingt oder daß sie lieben. Oder, oder, oder - ich glaube, es gibt unendlich viele Gründe die Scham auslösen können.


Scham kann aus sozialen Normen, persönlichen Überzeugungen oder unseren eigenen hohen Erwartungen resultieren. Ob Erziehung, traumatische Erfahrungen oder gesellschaftliche Einflüsse - einer dieser Faktoren und/oder ganz andere können Scham erzeugen.


Also vieles oder alles? selbst gemacht! Krass - oder? Und ganz schön komplex. Entstanden aus tief verwurzelten Emotionen. Die bei jedem anders vorhanden sind und wirken.


Die einen werden rot im Gesicht und senken den Blick. Verkriechen sich. Werden unsichtbar. Oder noch ärger: Bauen Ängste auf. Manche laufen weit weg. Andere zerbrechen - ganz, ganz schlimm.


Aber auch das kann Scham: Etwas Gutes haben! Bietet sie doch Selbstschutz, schützt die Grenzen unserer Intimität – und die Grenzen der anderen.


Ich möchte und kann hier keinen Exkurs zum Thema Scham geben. Das dürfen gerne Therapeuten und ausgewiesene Fachleute tun.



Muss ich mich nun schämen, weil ich meine Schwächen eingestanden habe?


Echt jetzt? Nee, auf gar keinen Fall! Ich tue es nicht. Ich schäme mich kein kleines bisschen für all das, was passiert oder nicht passiert ist. Und für das was ich nicht geschafft und ausgehalten habe. Nicht für meine Wutausbrüche, Heul-Attacken, schlaflosen Nächte und rastlosen Tage. Nicht dafür, dass ich einigen Therapeuten die Praxis unter Tränen gesetzt habe. Und auch meinen Lieblingsmenschen und die Familie arg gefordert habe. Nein, dafür schäme ich mich nicht. Dazu stehe ich. Und bin allen unendlich dankbar, dass sie mir beigestanden haben.


Das Leben ist eben nicht nur sonnig. Da gehören auch Regen, oder halt Tränen, dazu. Und manchmal auch die Herausforderung, einen Text zu einem nicht so einfachen Thema zu schreiben.


Bei meiner Recherche zum Thema „Scham“ ist mir folgendes Zitat ins Auge gefallen. Und ich musste sofort heftig nicken.


Mein Antrieb mich nackt zu zeigen, und meine Träume davon hatten nichts Schamhaftes oder Sündiges. Ich fühlte mich weniger einsam, wenn ich davon träumte, dass mich Leute anschauen.

Marilyn Monroe


Für mich bedeutet das: Mein Antrieb, mit den Schreibfreundinnen und euch, unseren Leser:Innen, Emotionen, Erlebnisse und Geschichten zu teilen, hat nichts Peinliches und Schamhaftes. Ich fühle mich verstanden, wenn andere daran teilhaben. Und ich möchte dazu ermutigen, STOPP und NEIN zu sagen, wenn das Bedürfnis da ist.  Die Reisleine ziehen zu dürfen, gut auf sich aufzupassen und selbstbewusst für sich und seine Bedürfnisse einzustehen.


Denn ist es nicht so: Scham entsteht im Austausch mit anderen Menschen. Egal, ob wir uns bestimmte Situationen vorstellen, erzählen oder sie passieren. Wir schämen uns, weil wir eine negative Reaktion unseres Umfelds befürchten. Oder bekommen.


Als ich mich meinem „Scheitern“ stellte, passierte genau das Gegenteil. Mein Lieblingsmensch, meine Familie standen mir bei. Die Freunde ebenso. Also die Menschen, die in meinem Leben wichtig sind. Alle reagierten positiv. Boten Hilfe an. Unterstützung. Die Therapeuten auch. Gut - das ist ihr Job. Und auch die wunderbaren Schreibfreundinnen hörten zu. Fingen auf. Stützten …



Ein empfindsames Schamgefühl ist der Tapferkeit verwandt.

Kluger Mann der Konfuzius. Ja - wir sind tapfer, liebe Sisters! Da ergießt sich ein ganz starker Strom an Tapferkeit auf Papier, Festplatte und in die Öffentlichkeit. Ich bin stolz auf uns! Und es gibt überhaupt gar keinen Grund, sich für irgend etwas zu schämen.


💕💕💕


 


Die Schreibfreundinnen und ihre bisherige Geschichte


Im Mai 2022 trafen sich sechs wagemutige Heldinnen, um am Lagerfeuer ihre Geschichten zu erzählen. Sie lernten sich kennen, fassten Vertrauen, wuchsen aneinander und miteinander. Neun lange Monate erkundeten sie gemeinsam das Innere ihrer Drachen, robbten durch ihren seelischen Grund und erfuhren wahre Verbundenheit unter Gleichen. Jetzt ist die Zeit, um mit ihrer Wahrheit ans Licht der Welt zu treten...


Immer zum Monatsersten laden wir zu einer neuen Ausgabe unserer Stories ein. Sechs wundervoll starke Frauen - drei Länder - sechs tief gehende Geschichten.

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