• Christine Ubeda Cruz

Spielarten des Hintenrums


Kreidezeichnung auf Tafel. Zwei Strichmännchen unterhalten sich mit einem Dosentelefon
Dosen-Telefon funktioniert noch immer!

Lästern ist gesund! Lästern vergiftet! Ja, was denn nun?

Es ist wie immer: Die Menge macht das Gift!

Also: Tratschen entspannt. Stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Und das soll sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Gilt als Psycho-Hygiene.


Lästern kann aber auch vergiften, wenn man nur noch „das eine“ Thema hat. Dauernd negative, missgünstige Gedanken hegt. Und ausspricht. Das beeinflusst nicht nur Dich, sondern auch auch den Lästerpartner oder Lästerschwester. Und schädigt vor allem das Läster-Opfer.

Ich lästere hier über das Lästern. Also lästere ich.


Absolut wahr. Oder? Ich könnte jetzt mit dem Text aufhören. Aber - das Thema ist zu interessant…


Und - sei ehrlich: Niemand kann sich vom Lästern vollkommen frei machen! Ehrlich…

Aber: Wann lästern wir?


Wenn wir von Begegnungen und Erlebnissen berichten („die Gundi war so eine herzige Wirtin“). Wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen und von unserem Arbeitstag erzählen („der Chef hat wieder „gepredigt“) oder wenn wir der Freundin vom Sport erzählen („Die“ hat nur mit 2kg gearbeitet) - genau dann lästern wir. Und hätten es selbst nicht gedacht. - Oder?

Ist es nicht so: Lästern bedeutet im Grunde, dass Menschen Informationen über eine dritte, nicht anwesende Person austauschen und diese bewerten. Die Bewertung kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen.


Also liegt es an der Wortwahl. Über was wir sprechen. Und an der Art und Weise wie wir sprechen.

Und ja, es gibt sie auch: Die bösen Zungen. Menschen, die Missgeschicke anderer weiter erzählen, und dies abwertend tun. Die sich über Aussehen, Kleidung, Verhalten, etc abfällig äußern.

Wir sind alle nicht frei davon. Manchmal purzeln diese fiese Dinge einfach aus‘m Mund. Dinge, über die man echt nur den Kopf schütteln kann. Gut ist das nicht. Nein, lästern ist nicht gut. Wirklich nicht.

Warum?

Macht man nicht. Gehört sich einfach nicht. Bad vibrations… und so. Schlechtes Karma. Tut nicht gut. Ist gehässig. Bösartig. Und so wollen wir doch nicht sein. Oder?

Und es gibt noch einen weiteren, wichtigen Grund: Lästern vergiftet. Ganz langsam und stetig. Wir züchten ungute Gedanken in uns heran, die den Seelenfrieden auffressen. Wie eine fette Made im Apfel - langsam, Stück für Stück… wird man matschig, mürbe, grau… und dann kommen graue Gedanken. Wie andere wohl über mich denken und reden? So im Geheimen, hinter meinem Rücken? Man fühlt sich wie ein Lügner, dem irgendwann selbst keiner mehr glauben kann. Weil man automatisch annimmt, dass andere sich so verhalten wie er. Paranoid - oder?

Da scheint es mit dem guten Selbstwertgefühl ja nicht so weit her zu sein.

Der Evolutionsbiologe Dunbar fasst es, wie ich finde, treffend zusammen: „Wenn Sprechen das Menschsein ausmacht, ist es das Geschwätz des Lebens, das die Welt in Gang hält“.

Das Reden, der Austausch schafft Bindung. Doch damit diese keine unschönen Stellen hinterlässt, müssen Worte mit Sorgfalt gewählt werden.

Also lasst uns achtsam sein. Zu uns selbst. Und zu anderen. Macht ruhig. Zufrieden. Wir brauchen nicht lästern, um uns besser zu fühlen - gelle?!



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