• Christine Ubeda Cruz

Gespeicherte Sonne. Sommer zum Essen.


Sonnengereifte Tomaten auf einem im Schatten stehenden Küchentisch
Gespeicherte Sonne auf dem Küchentisch

Spürst Du die Faszination, die von reifen Tomaten ausgeht? Ihre Form- und Farbenvielfalt? Rot in allen Schattierungen, grün und gelb. Manchmal auch pink oder fast schwarz. Kleine und dicke, pralle große Früchte. Gespeicherte Sonne, Sommer zum Essen.


Heute muss ich einfach mal schwärmen. Meine Angebeteten: 3 verschiedene Tomatenstauden. Hochgewachsen, buschig und voller Früchte. Jeden Abend beim Gießen strahlen sie mich an. So als wollten sie mir sagen: „Bald sind wir reif. Bald darfst Du uns pflücken. Und dann wirst Du ins Schwärmen geraten. Und genießen…"


Ein Versprechen. Und ich freue mich täglich. Es erfüllt mich mit Glück und Dankbarkeit. Und ein wenig Stolz. Dass die Pflanzen auch Früchte tragen. Im Mai kamen sie zu mir: kleine, liebevoll aus Samen selbst aufgezogene Pflänzchen. Eine von der Nachbarin gegenüber. Die andere beiden von einer lieben Freundin.


Mit Liebe und guter Erde pflanzte ich sie in einen schönen großen blauen Topf. Wässerte sie und geizte überflüssige Triebe aus. Gab ihnen bei jedem Wachstumsschub Halt. Düngte vorsichtig und freute mich über die ersten zarten gelben Blüten. Schon bald bildeten sich klitzekleine grüne runde Früchte. Nun bringt eine Staude dicke, fleischige Tomaten hervor. Die beiden anderen kleine, rote pralle Minis. Die eine Sorte schmeckt fast süß, die zweite hat die typische Tomatensäure einer sonnengereiften Frucht.


Die erste Ernte zelebrierte ich. Ich nahm meinen schönsten Teller. Und ein scharfes Messer. Und schnitt die saftig roten Kugeln mit Bedacht und und großer Vorfreude in zwei Hälften. Da lagen sie vor mir. So schön und randvoll mit Kraft, Vitaminen, Geschmack und Sommersonne - eigentlich fast zu schade zum essen. Was ich aber natürlich dann doch tat. Was für ein Genuss. Noch sonnenwarm mit einem Hauch guten Olivenöls zelebrierte ich den ersten Bissen. Und dann den zweiten. Wonne oder doch Sonne? breitete sich in mir aus. Erfüllte den Mundraum mit Süße und Säure. Alle Geschmacksknospen wogten dem Genuss, dem nächsten Bissen entgegen. Und waren entzückt. Hell begeistert. Welch ein Geschmack. Eine solche Fülle von Aromen - traumhaft.


Und ich erkannte nicht nur den Wert dieser Gabe, ich schmeckte ihn auch! Pures Glück.


Jetzt bin ich zugleich glücklich und traurig. Meine Angebeteten tragen noch ein paar Früchte. Aber bald, ganz bald ist damit Schluss. Viel wird da nicht mehr kommen… schade, so verabschiedet sich langsam der Sommer - zumindest in Form von Tomaten…

🍅 🌶


Heute Abend ernte ich an einer anderen Staude. Die Spitzpaprika sind reif. Ganze vier! pralle Schoten hängen an der Pflanze. Sicher auch randvoll mit Sommer, Sonne und Vitaminen… Freue mich schon auf das Abendessen. Natürlich mit gutem Olivenöl. Dazu etwas Feta… Glück was willst Du mehr!


P.S.: Ich habe nur eine „nicht sooo große“ Terrasse. Und zum ersten Mal das Experiment gewagt, auch etwas Gemüse anzupflanzen. Vor einigen Wochen durfte ich mich bereits über ein paar Gurken und frische Erbsen freuen.


Große Glücksgefühle 😊und Dankbarkeit für die Natur. Für mich ist es immer wieder ein Wunder, was aus einem kleinen Samenkorn entstehen kann.





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