Frauen denken mehr darüber nach, was Männer denken, als Männer überhaupt denken.
- Christine Ubeda Cruz

- vor 5 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Nee, echt jetzt? Und bevor hier gleich die Anzahl der Kommentare explodiert: Das ist nicht meine Meinung. Das ist lediglich die Aussage auf meinem Tischkalender von heute. Und eine wunderbare Gedanken-Vorlage für einen neuen Beitrag.
Also – ich bin nicht der Meinung, dass Frauen mehr denken als Männer. Ich glaube aber fest daran, dass Frauen anders denken. Auf der Gefühlsebene, in Beziehungsgeflechten, in verschachtelten Sätzen und auf wirren Wegen, denen selbst sehr gute Mitdenkende nicht immer folgen können. Aber quantitativ mehr? Nee …
Was ich allerdings, dank jahrelanger Grundlagenforschung im häuslichen Umfeld, weiß: Wenn ein Mann schweigt, denkt eine Frau an mindestens sieben mögliche Ursachen – von „er ist müde“ bis „er will jetzt eigentlich Fußball schauen und weiß nicht wie er das sagen soll“. Der Mann denkt derweil: nichts. Buchstäblich nichts. Das ist kein Klischee, das ist Hirnforschung. Männer haben wohl so ein mentales Fach, das zeitweise leer ist. Frauen fehlt diese Einrichtung. Stattdessen stehen unzählige Tabs hinter ihrer Stirn offen.
Und genau darin liegt der Charme unseres Miteinanders. Und die Basis zahlloser Missverständnisse: Sie interpretiert sein Schweigen als Botschaft. Er bemerkt nicht mal, dass er schweigt. Das Schöne daran? Beide haben recht, so meine Erfahrung. Schweigen kann eine Botschaft sein. Oder es ist einfach: Schweigen. Das Spannungsfeld dazwischen ist die Grundlage von etwa 80 % aller romantischen Komödien, 40 % aller Trennungen und 99 % aller Gespräche, die mit den Worten „Ich hab das Gefühl, du hörst mir nicht zu“ beginnen.
Und dann – ja, dann sind da noch alle, die sich in diesem binären Denk-Schema nicht wiederfinden. Menschen, die sich weder in Spalte „er“ noch in Spalte „sie“ einsortieren lassen, die aber genau wissen, wer sie sind. Vermutlich denken sie darüber nach, warum die Welt immer noch so tut, als gäbe es nur zwei Sorten Gehirn. Vollkommen berechtigt.
Denken sie mehr? Weniger? Anders? Meine vollkommen unwissenschaftliche These: Wer jahrelang die eigene Identität durchdenkt, hinterfragt, formuliert und verteidigt – gegen Unverständnis, gegen gut gemeinte aber falsche Fragen, gegen ein System, das einen schlicht nicht vorgesehen hat –, hat ein außerordentlich gut trainiertes Denkorgan. Respekt!
Am Ende des Tages denken wir alle. Viel, wenig, emotional, sachlich, in Grübel-Spiralen oder in stoischer Leere. Was uns unterscheidet, ist nicht die Menge – sondern worüber wir denken und wohin dieser Gedankenstrom fließt.
Ein Mensch denkt über das kaputte Hinterrad seines Fahrrads nach. Ein zweiter denkt vielleicht darüber nach, ob er wegen des kaputten Hinterrads schlechte Laune hat. Und ein dritter denkt gar nicht und schreit einfach laut: Schei**e!
Und du? Woran denkst du gerade – und würdest es laut sagen? Scheib’s in den Kommentar. Oder denk einfach weiter darüber nach. Oder auch nicht. Alles ist völlig in Ordnung.
Was sonst noch so an diesem "denkwürdigen" Tag bei mir so passiert ist?

Wer mich kennt, weiß, ich laufe morgens im Stadtwald herum. So auch heute. Schön war’s. Bärlauchduft umwehte zart, aber nachdrücklich meine Nase und der Ruf eines Kuckucks erfreute Gehör und Herz. Unseren Struwwelpeter ziert eine neue Frisur. Ich würde sagen, für diesen trendigen Sommerschnitt zeichnet ein Schwanheimer Coiffeur verantwortlich.

Auf dem Höchster Wochenmarkt konnte ich den ersten frischen, heimischen roten Früchtchen nicht widerstehen. Gleich am Marktstand "musste" ich – die Verkäuferin ließ mir keine Wahl – in meine erste Erdbeere der Saison beißen. Lecker war's.
Zeit, um über diesen Text nachzudenken hatte ich während der heute anstehenden Zahnreinigung. Ich hab’s probiert. Das mit dem Lenken der Gedanken. Statt darauf zu warten, ob eine Zahnfleischtasche vielleicht Schmerzempfindlich ist – ehrlich, es waren mehrere – habe ich den nun vorliegenden Artikel durchdacht. Hat das funktioniert? Was meinst du?
Zum Glück habe ich beim Naschen der Erdbeeren auch an meinen Lieblingsmenschen gedacht. Der liegt leider im Krankenhaus und hat sicherlich nicht daran gedacht, dass ich ihm die ersten roten Früchtchen mitbringe. Die Freude war groß. Über die Erdbeeren und wahrscheinlich über mein Kommen. Denke ich …
Er denkt, dass er morgen – HOFFENTLICH – nach Hause kann.
Jetzt ist es Abend, ich denke über die richtige Abfolge der Buchstaben in diesem Text nach ... #Wmdedgt - "Was machst du eigentlich den ganzen Tag" will 'FrauBrüllen immer am Fünften eines Monats von uns wissen. Also, jetzt weißt du, was ich an so einem ganz normalen 5. Mai so tue.
Und rate mal, was ich heute Früh beim Anblick meines kaputten Hinterrads dachte?














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