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Ein Wochenende ist schlicht zu kurz!

  • Autorenbild: Christine Ubeda Cruz
    Christine Ubeda Cruz
  • vor 23 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Kalenderblatt mit der Aufschrift: Wenn ein Wochenende nicht reicht, um sich zu erholen, war die Woche zu viel.
Arbeitswochen sind immer zu viel - oder?

Samstag, 9 Uhr, Bäckerei. Die Schlange reicht bis auf die Straße. Trotz Ferienzeit. Gefühlt will jeder dasselbe: Brötchen, Baguette, Kuchen, alles gleichzeitig. Danach das übliche Wochenendprogramm – Großeinkauf, Kinder- oder Eltern-Bespaßung (je nach Lebensphase), Familienfeier oder Party, Weiß- oder Buntwäsche, und schnell noch durchsaugen, bevor der Besuch kommt.


Um 11 Uhr der erste Stau an der Zufahrt zum Supermarktparkplatz. Der zweite eine halbe Stunde später an der Kasse. Um 14 Uhr ist die Innenstadt eine einzige Menschentraube, durch die man sich wie durch zähen Sirup kämpft.


Die Preisfrage: Wann genau, in diesem vollgepackten Programm, sollen wir uns bitte erholen?



Der Gegenvorschlag


Dienstagvormittag ist die Stadt leer. Der Supermarkt ein ruhiger, fast meditativer Ort. Sogar um 12:30 Uhr liegt noch jedes Brötchen im Regal, unberührt, wartend. Man könnte an einem ganz normalen Dienstag entspannt einkaufen, saugen, all das erledigen, was sonst den Samstag sprengt.


Und die Arbeit? Verlegen wir aufs Wochenende. Samstag Meeting, Sonntag Deadline. Leerer Arbeitsweg, ruhiges Büro, niemand, der einen beim Kaffeeholen aufhält. Klingt fast nach Luxus.



Gibt es nur zwei Schubladen?


Tja, haben wir damit etwas gelöst oder nur die Baustelle verschoben? Die Kita macht nicht dienstags zu, nur weil ich ihn zum neuen Sonntag erkläre. Freunde treffen sich weiter am Wochenende, weil die meisten unter der Woche arbeiten. Wer sein Wochenende zum Arbeitstag macht, sitzt am Ende ziemlich allein im leeren Großraumbüro – glücklich aufgrund der Ruhe, aber allein, weil niemand da ist, um sie zu teilen.


Das eigentliche Problem ist gar nicht, welcher Tag Arbeit ist und welcher frei. Das Problem ist die Idee, dass es überhaupt nur zwei Schubladen geben darf: fünf Tage arbeiten, zwei Tage erholen – und das muss ausreichen!



Der eigentliche Vorschlag


Was wirklich helfen würde: Arbeitszeiten, die sich mehr nach dem Leben richten – nicht umgekehrt. Wer dienstags in Ruhe einkaufen will, sollte das tun können. Wer freitags produktiver ist als montags, sollte den Montag* verschieben dürfen. Menschen funktionieren nun mal nicht alle im selben 08:00-Uhr-Takt, so sehr sich manch ein Stundenplan das auch wünscht.


Und hier wird die derzeitige Arbeitszeitdebatte richtig spannend. Während in etlichen Unternehmen längst Vertrauensarbeitszeit, Jahresarbeitszeitkonten oder eine Vier-Tage-Woche gelebt werden, verteidigen Gewerkschaften mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit den klassischen Achtstundentag – als wäre er eine heilige Kuh, die man besser nicht anfasst. Charmant retro. Aber wenig zeitgemäß.


Eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit, wie sie im Koalitionsvertrag diskutiert wird, würde genau die Flexibilität bringen, die fehlt: mal ein langer Tag, dafür ein freier Nachmittag in der ruhigen Woche. Kein Rollentausch zwischen Woche und Wochenende nötig – nur mehr Flexibilität.


Natürlich kommt der Widerstand der Gewerkschaften aus der Sorge, dass „Flexibilität“ in der Praxis vor allem eines bedeutet – mehr Stunden, mehr Erreichbarkeit, weniger echte Erholung. Der Achtstundentag ist auch eine Schutzgrenze. Die Frage ist also nicht „ob“ mehr Flexibilität, sondern „wie“, ohne dass am Ende nur eine Seite davon profitiert.



Und wann erholen wir uns jetzt?


Wahrscheinlich gar nicht an einem einzigen großen Tag – egal ob Samstag oder Dienstag. Wir hätten ja theoretisch sieben Tage oder Abende pro Woche zur Verfügung. Nutzen sie aber meistens fürs Aufräumen der Mailbox, den Haushalt oder "nur kurz" eine Serie schauen, nach der man erschöpfter ist als vorher. Kein Wunder, dass am Ende das ganze Wochenende ran muss.


Vielleicht ist Erholung kein Jackpot, den man einmal pro Woche gewinnt, sondern eher ein Dauerauftrag in kleinen Raten: zehn Minuten Kaffee ohne Handy am Dienstag, ein Spaziergang ohne Ziel am Mittwoch, einfach mal nichts tun am Donnerstagabend, ganz ohne schlechtes Gewissen. Nicht spektakulär, dafür regelmäßig und verlässlich wie ein Sparvertrag. Nur eben in Ruhe statt in Euro.



********


Auch ein Jackpot – #WMDEDGT – was machst du eigentlich den ganzen Tag? Der Einsatz: Am 5. eines jeden Monats lädt #FrauBrüllen ein, genau das aufzuschreiben. Und viele lesen es.


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Dieses Wochenende war genau richtig für mich.

Der Einkauf, es musste der Samstag sein (aus Gründen), war sehr entspannt. Ich sag’ nur: Sommerferien in Hessen!

Das Wetter: Sonnig und angenehm warm. Herrlich für einen langen Abend auf der Terrasse.


Der Sonntag: Entspannt! Länger schlafen – weil: ist ja Sonntag. Kleines Frühstück und ’ne große Runde durch den Wald laufen. Ein angenehm erquickendes Telefonat mit einer lieben Freundin und ein köstliches Mittagessen. Selbst gekocht mit gebratener Entenbrust – asiatisch, mit Gemüse und Reis. Danach: Siesta. Die Zeit vergessen beim Schmökern in einem tollen Buch. Kaffeetrinken mit Freunden. Später noch ein schönes, langes Telefongespräch mit meiner Schwester.


Braucht es mehr an einem Wochenende? Nicht für mich! **



*und ja ich weiß, dieses Verschieben der Produktivität mag im Büro funktionieren. Im Operationssaal natürlich nicht!


** und ja, ich weiß, ich bin privilegiert. Weil ich mir meine Zeit einteilen kann.

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