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Frau gönnt sich ja sonst nix

  • Autorenbild: Christine Ubeda Cruz
    Christine Ubeda Cruz
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Kleine Aprikosen-Tarte auf Glasteller
Leckere Gönnung

Oder: Die Kunst des Ja-Sagens zu sich selbst.


Wir alle kennen das. Aufstehen, Duschen, Zähneputzen, schnell drei Nachrichten beantworten und den ersten Kaffee des Tages runterstürzen - der natürlich zwischenzeitlich kalt geworden ist.


Und dann, dann passiert es. Plötzlich bricht die Sonne durch. Nach Tagen des Dauerregens. Einfach so. Obwohl die Wettervorausschau etwas ganz anderes prognostiziert hatte. Und "frau" denkt: "Gleich. Ich geh' gleich mal kurz raus. Das gönne ich mir!" Und dann passiert es. Gleich kommt nicht.


Diesen kurzen Moment Zeit, den wir uns viel zu selten wirklich gönnen. Das muss gar nichts mit einem aufwendigen Spa-Wochenende zu tun haben. Gönnen ist dieser eine Moment, wo wir viel öfter mal "ja" sagen sollten. "Ja" zu uns und zu dem gerade aufgeflammten Bedürfnis, für wenige Minuten die Sonne zu genießen. Ohne schlechtes Gewissen und dem Hadern darüber, was wir in dieser Zeit hätten erledigen können.


Ich habe mir vorhin einen Affogato al caffè gegönnt! Zum ersten Mal. Lecker war's und hat mich vom Sommer in Italien träumen lassen. Danach schlenderte ich zum Friseur - auch eine Gönnung. War nötig - nun habe ich wieder einen unverschleierten Blick. Dumm war nur, dass sich das Wetter, just in dem Moment, als ich den Friseursalon verlies, einen ordentlichen Regenschauer gönnte. Und ich? Natürlich mit Sonnenbrille, aber ohne Schirm. Der Schauer kam so unvermittelt und heftig, dass ich nur fluchen oder tanzen konnte. Ich gönnte mir zweites. Bin ja nicht aus Zucker! Hat Spaß gemacht! War schön, die Frisur futsch, aber hey: "Wann hast du zum letzten Mal im Regen getanz? Gönn's dir!"


Marius, der Friseur kam raus und tanzte mit. Seine Frisur hielt - er trägt 'nen Glanzkopf.

Er liebt es so. Und ich gönne es ihm.


Denn das gehört auch das dazu. Anderen etwas gönnen. Wirklich, von ganzem Herzen.

Marius strahlte über beide Ohren als ich zu ihm sagte: Danke, dass du einfach mitgetanzt hast. Und seine Kolleg:innen nickten lachend. Mit tänzelnden Schritten verabschiedete er sich in ein extra langes Wochenende. Übrigens in einem Spa-Hotel. Mit seiner Freudin. Ich gönne es ihnen.


***


"Man gönnt sich ja sonst nichts" wurde übrigens vor Jahren als Werbeslogan für einen Aquavit bekannt. Ausgesprochen vom Schauspieler Günter Strack, dessen Leibesfülle die Ironie der Aussage unterstrich.



Dieser Beitrag ist in der 69. Blognacht enstanden. Der Impuls lautete: "Man gönnt sich ja sonst nix!"








2 Kommentare

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Gast
vor 5 Tagen

Was für ein schöner Beitrag! Spontan einer Neigung oder einem Bedürfnis nachzugehen macht man leider viel zu selten. Weil einem dauernd irgendwas davon abhält, weil man dauernd irgendwelche Pflichten aufgebrummt kriegt. Wie schön, dass du diesen Moment nutzen konnntest und im Regen getanzt hast! Klasse!


Liebe Grüße aus dem Mausloch

Sabine

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Gast
vor 4 Tagen
Antwort an

Liebe Sabine, tja einfach mal JA sagen, zu sich selbst! 😘

Alles Liebe Christine

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