• Christine Ubeda Cruz

Die rosarote Geldverschwendung

Aktualisiert: 20. Feb.

Siehst Du ach gerade Rot? Oder Rosa? Derartig gefärbter Krimskrams in Herzform lauert gerade überall. Und schreit quietschend: KAUF MICH! Am 14. Februar zu Valentinstag „muss man(n)“ seinen Lieblingsmenschen mit etwas Rosa-Rote—Herzförmigen beglücken. Muss das wirklich sein?


Niemand kann behaupten, er wisse nicht, dass bald Valentinstag sei. Beim Bäcker liegen herzförmige, rosa gezuckerte Teilchen. Im Supermarkt gibt es Nudeln und Mini-Laugenbrezeln? in Herzform. Zum Glück zeigen die sich in ihrer „normalen und natürlichen“ Farbe. In meinem E-Mail-Postfach tummeln sich einige mit Herzen gespickte Werbemails. Und selbst an der Tankstelle sind die Fensterscheiben mit rosa-roten Werbebanner verziert. Und vom Blumenladen fange ich lieber gar nicht an. Und den Juwelier ignoriere ich komplett…


Ein immenser Druck ist da. Allgegenwärtig. Nur mit einem Geschenk kann man am kommenden Montag beweisen, dass man seinen Lieblingsmenschen auch wirklich liebt. Da ist Valentinstag, der Tag der Liebe. Und der Geschenke. Und der Tag der rosaroten Geldverschwendung.

Eines möchte ich klarstellen: Der eigentliche Gedanke, der hinter dem Tag der Liebe steht, den finde ich richtig schön! Wichtig und wertvoll. Sich ab und an ganz bewusst Zeit füreinander zu nehmen. Sich zu zweit verabreden. Raus aus dem Alltag. Um etwas Zeit und gerne auch ein gutes Essen gemeinsam zu genießen. Oder sich mit kleinen Aufmerksamkeiten zu beglücken. Da reicht ja manchmal schon ein nette Notiz auf‘m Post it…


Aber so, wie der Valentinstag mittlerweile hochstilisiert wird, kann er fast nur in ein zwanghaftes Erlebnis führen. Mit reichlich Potential für Enttäuschung. Das ist fast so wie die übersteigerten Erwartungen an Weihnachten oder Silvester.


Auf Teufel komm raus muss ein Geschenk her. Was, das scheint angesichts des unendlich breiten Warenangebots, zweitrangig. Hauptsache Rosa oder Rot oder Beides, gerne herzförmig und irgendwie romantisch. Dann kann es auch durchaus auch Golden sein.

Lästige Pflicht oder romantische Kür?


Warum wir den Valentinstag eigentlich feiern, ist dabei gar nicht klar. Da gibt es verschiedene Geschichten. Scheint aber auch keinen wirklich zu interessieren. Der Kommerz hat den eigentlichen Sinn längst verdrängt.


Dass man Liebe und Sicherheit nicht mit Geld kaufen kann, wird angesichts des Werbedrucks vergessen.

Ich habe gelesen, dass 2020 hierzulande rund eine Milliarde Euro für den Valentinstag umgesetzt wurden. Eine unvorstellbare Summe! Der Handelsverband führt aus, dass einer Umfrage zufolge künftig noch mehr Geld in Präsente investiert wird. Da tut‘s nicht mehr das herzförmige, rosarot gezuckerte Teilchen vom Bäcker. Nein, es muss offenbar noch mehr sein.


Kleine Aufmerksamkeiten erhalten die Freundschaft. Und sind schön. Wir fühlen uns wertgeschätzt. Und wertschätzen es, wenn sich der Lieblingsmensch Gedanken gemacht hat, womit er eine Freude bereiten kann. Aber ehrlich gesagt nicht, wenn man ohnehin etwas erwartet. So wie am Valentinstag. Das ist doch eher lästige Pflicht statt liebevoll leichter Kür. Da endet man letztendlich doch an der Tankstelle und kauft hastig das letzte, schon leicht verwelkte Blumensträußchen, statt romantisch auf der Couch zu kuscheln. So soll der Tag der Liebe aussehen?

Total überschätzt: der Valentinstag!


Wir sind uns beide einig: die Bedeutung des Valentinstags ist allenfalls für Floristen, Konditoreien, Parfümerien und Juweliere total wichtig. Die Bedeutung für Liebende wird hoffnungslos überbewertet.


Wir lassen den Montag an uns vorüberziehen. Wie viele andere Montage auch. Und genießen unsere gemeinsame Zeit beim gemütlichen Abendessen am Küchentisch. Vielleicht mit einem Herzchen. Und garantiert ohne Geschenke. Am Montag. Aber vielleicht kommenden Mittwoch - gell mein Schatz?!?


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