• Christine Ubeda Cruz

Out oder In - Geranie oder Kaktus? Der neue Style Ratgeber für Balkon und Garten


#Mohnblüten #Himmel #Schnecken #Trockenheit #Wassermangel
Sommer in Frankfurt

Unsere Umwelt verändert sich. Rapide. Wird trocken. Braun. Immer heißer. Rissig und anders. Das Schönheitsideal vom blühenden Garten und tiefgrünen Rasen passt nicht mehr in die Zeit - oder?



Es ist heiß. Seit Wochen. Und trocken. Ebenfalls seit Wochen. Sommer - halt. Sagen die Optimisten. Klimawandel - sagen die, die es wissen müssen.


Meine Freundin erzählt, sie wässere ihren Garten nur noch mit einem schlechten Gewissen. Weil Sie Wasser dazu „ver“braucht. Und das ist rar. Und weil sie ihre grüne, blühende Oase nicht vertrocknen lassen kann und will. Das Grün beruhigt. Und Gärtnern erdet. Das ist Labsal für Körper und Geist. Schön anzusehen. Kleine Oasen im Großstadt-Dschungel.


Gemütlich sitzen wir in ihrem grünen Zimmer. Ein Schmetterling flattert vorbei. Vögel zwitschern im Gebüsch. Der alte Apfelbaum gibt uns Schatten. Oder verteidigt sein Areal mit kleinen Wurfgeschossen. Platsch, ein Mini-Äpfelchen stürzt sich todesmutig direkt in mein Limonadenglas mit frischer Minze…


Da kommt mir ein verwegener Gedanke: „Wir brauchen ein neues Schönheitsideal. Für Balkone und Gärten!“


„Was? Wie meinst Du das? Verdorren ist das neue Sexy?“ entrüstet sich die Freundin. Ihr Tonfall macht klar, was sie von der Idee hält. Ich sag mal‘ so: Nicht viel!



Das Schönheitsideal vom blühenden Garten und tiefgrünen Rasen passt nicht mehr in die Zeit


Schnell sind wir mitten in einer heißen Diskussion. Nur kommen wir zu keiner Einigung. Die Freundin hat recht. Und zugleich auch nicht. Denn verdorren können nur Pflanzen, für die es im Laufe des Jahres zu wenig Wasser gibt. Weil sie nicht zu den „neuen“ klimatischen Bedingungen passen. Und Wasser, das wissen wir mittlerweile alle, erweist sich als ein endliches Gut. Wir verbrauchen einfach zu viel davon. Und es kommt zu wenig nach. ABER - wir werden immer Wasser brauchen. Für die Körperpflege, zum Kochen und, ja, auch zum trinken und... Wir sollten sparsam sein mit dem wertvollen Nass. Ich denke: Auf durstige Blümchen und einen saftig grünen Rasen können wir doch eigentlich verzichten - oder?



Sukkulenten und Kakteen sind genügsam


Ihnen genügt Wasser in homöopathischen Dosen. Ich mach das jetzt. Bin, vielleicht, Trendsetterin. Ich mag das neue, karge Schönheitsideal. Auf meiner Terrasse stehen wasserspeichernde Sukkulenten. Und stachelige Kaktus-Schönheiten. Denen reicht ab und an ein wenig Regen oder der Tau der Nacht. Aus Umweltbewusstsein und aus Faulheit. Denn da muss ich kein Wasser hinschleppen. Und so spare ich quasi doppet. Gies-Energie und Wasser.


Sie sehen skurril aus. Und manchmal zaubert die Natur sogar eine kleine Blüte hervor. Magisch. Und ich fühle mich wie im Urlaub in südlichen Gefilden. Dort finden wir die sonnenverwöhnte Vegetation doch auch immer ganz entzückend.


Die Vorliebe für manche Pflanze im heimischen Garten oder Balkon sind „Mensch gemacht“, auf Basis kultureller Schönheitsideale und klimatischer Voraussetzungen. Aber - die klimatischen Bedingungen ändern sich gerade rasant. Da müssen die Schönheitsideale doch mit - oder? Machen wir doch im täglichen Leben auch. Derzeit trägt wohl kaum jemand die mit Schaffell gefütterten Stiefel. Dafür aber fast alle Flipflops. Angepasst - oder? Ans Klima. Und wir machen das mit Freude.


Also warum nicht auch im Garten und auf dem Balkon:


Nehmen wir mit Freude an, was sich auch bei uns nicht verhindern lässt.


Ach übrigens: Für Nutzpflanzen gilt das Wassersparen natürlich nur partiell. Meine Tomaten und Paprika erhalten ihr Wasser. Aber Avocado stehen nicht mehr auf dem Einkaufszettel.

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