• Christine Ubeda Cruz

Theo und die Kalenderschwäche

Aktualisiert: 31. Juli


Gehirn-Jogging
Kalenderchaos und Gehirn

Ich hab‘s schon wieder getan. Dabei versuche ich so sehr, das zu vermeiden. Offenbar vollkommen sinnlos. Es passiert mir. Und trotz aller Vorkehrungen immer wieder.


Wovon ich hier fasel? Ich rede über verschusselte Termine. Oder doppelte. Zweifach eingetragene. Übereinander oder an unterschiedlichen Tagen. Und über die Dates meines Lieblingsmannes. Irgendwie scheint es Gott-gegeben, dass ich seine Termine auch noch im Kopf haben soll. Ja - wo denn bitte?


Also ich gebe mein Bestes, wirklich. Ich schreibe Termine auf. Schon mal gut. Die Frage ist nur: WOHIN? Auf irgend einen Zettel, auf die Seite einer Zeitschrift, ganz oft auch in meinen digitalen Kalender. Aber auch dort herrscht Chaos. Weil - nicht selten steht ein Termin an einem Tag oder Monat, wo er garantiert nicht stattfindet. Auch bei der exakten Uhrzeit gib es ungeahnte Möglichkeiten. Hat der Tag doch 24 Stunden - mindestens.


Eine andere Variante ist die: Ich treffe eine Verabredung, trage sie im Kalender ein, vielleicht auch am abgesprochenen Tag und hab‘ später keine Ahnung mehr, mit wem ich mich treffen will. Denn wenn mein Kontakt am Telefon sagt: „Christine, 17. August, 15.00 Uhr - hab ich notiert“, dann steht das genau so in meinem Kalender. Schön doof. Denn wie ich heiße, weiß ich noch. Und wenn ich eine Verabredung mit mir habe, steht da, was ich mache. Zum Beispiel Yoga oder Schreiben. Und ist zudem fein säuberlich farbig gekennzeichnet.


Warum das bei mir so ist? Ich habe keine Ahnung. Denn eigentlich ist Zuverlässigkeit mein dritter Vorname. Ehrlich. Wenn ich was sage, kann sich mein Gegenüber darauf verlassen. Und zum Glück habe ich in meinem bisherigen Leben auch nur ganz wenige Termine wirklich verschusselt.


Das kostet mich aber enormen Aufwand und noch mehr Hirnschmalz. Denn um alle Verabredungen, Termine und Treffen auch richtig zu sortieren, muss ich kramen. In meinem Gehirn. In dem Ding, das so voll ist?!


Vielleicht brauche ich aber auch diese geistige Sonderbeschäftigung. Das Nachdenken, zurückgehen in Situationen, das hektische Sortieren von Zetteln auf‘m Schreibtisch und das Kramen nach alten Zeitschriften in der Papiertonne.


Und komisch. Es klappt. Zum Glück scheint mein Erinnerungsvermögen ganz gut zu funktionieren. Seltsam - oder? Denn: Auch wenn für Samstag gähnende Leere in meinem Kalender herrscht, mein Kopf ist voll da. Er weiß ganz genau, dass ich mit Claudia auf‘s Straßenfest gehen werde. Dass wir uns um 14.00 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle treffen. Und wir dann viel zu viel essen und trinken werden. Und noch mehr quatschten und lachen. Bei der coolen Band schwofen und alte Bekannte treffen werden.


Geht doch! Wofür brauch‘ ich eigentlich einen Kalender?


Komisch war nur die Notiz, gekritzelt auf einem Papierfetzen. Sie lag auf meinem Schreibtisch. Ganz exponiert. Da stand „Theo am Freitag“ drauf. Ich kenne keinen Theo. Aber ich muss es geschrieben haben. Meine Klaue. Also - wer ist Theo? Und was ist mit dem am Freitag? Ist das eine geheime Botschaft? Eigentlich Blödsinn. Ich kann Details so aufschreiben wie sie sind. Muss keine Verklausulierungen nutzen. Oder ist „Theo“ eine Abkürzung? Aber für was. Ok, ich frag‘ mal Google. Da steht: „Der Name Theo ist die Kurzform von Theodor und kommt aus dem Griechischen. Der Name setzt sich aus den Wörtern „theos“, was „Gott“ bedeutet und aus „doron“, was „das Geschenk“ heißt, zusammen…“

OK, soweit so gut! Gott und Geschenk klingen doch klasse. Gott gab‘ mir als Geschenk ein Hirn. Und einen Kalender. Und die Fähigkeit, beides bei Bedarf richtig zu nutzen. Danke Theo!


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