• Christine Ubeda Cruz

Darf jeder sein Häufchen einfach liegen lassen?





Ich bin „mütend“! Nicht (nur) wegen der allgemeinen Situation. Sondern auch wegen der vielen neuen „Dog Mums“ und „Dog Dads“. Von denen Einige offenbar in einer anderen Welt leben als ich. Und definitiv ein anderes Verständnis von Gemeinsinn, Rücksicht und Anstand haben.


Ups, was ist das denn für einer? Nein, ich meine nicht den tapsigen Labrador, sondern der Typ am anderen Ende der Leine. Der, der geflissentlich ignoriert, dass sein Tier gerade mitten auf den Gehweg geschissen hat. Der Typ, der gelangweilt auf seinem Smartphone rumdaddelt. Und offenbar seinen Hund und auch jegliche Rücksicht und Anstand vergessen hat.

Lust auf Yoga? Starten Sie damit, sich langsam nach vorne zu beugen und die Hundescheiße aufzuheben. Gratulation, Sie haben soeben die Position des „herabschauenden Hundes“ gelernt!

Ich belle: „Hey Sie da! Wollen Sie das etwa liegen lassen?“ Und ich hasse mich dafür. Aber noch mehr hasse ich diese Tretmienen. Hier, da und dort. Und meinen allmorgendlichen Spießrutenlauf, um den „Scheiss“ zu umgehen. Und noch mehr hasse ich Hundekacke am Schuh. Und all die „Dog Mums“ oder „Dog Dads“, die ihren neuen Familienmitgliedern Autositze, Mäntelchen und Leuchtleinen kaufen. Sich aber dann fern halten, wenn der Liebling was fallen lässt. Oder keine Ahnung haben, wie man mit dem Vierbeiner umgeht. Ganz ehrlich: Ich freue mich überhaupt gar nicht, wenn meine Hose und Jacke mit nassen schlammigen Tatzen „verziert“ wird. Nur weil „Dog Mum oder Dad“ den Hund nicht halten kann und der sich so unbändig freut. So sehr, dass er mich mit allen vieren nach vorne anspringt. Sich wild schüttelt und noch bellt. Die dann unweigerlich folgende, die Situation aber in kleinster Weise relativierende Aussage lautet: „Der will doch nur spielen!“ ABER ICH NICHT! Das kann mich überhaupt nicht besänftigen. Macht mich eher noch mehr "mütend". Und ganz ehrlich: Noch nie, wirklich nie, hat sich jemand aufrichtig für seinen Hund, bzw. für seine eigene Unachtsamkeit entschuldigt. Geschweige denn, eine Reinigung angeboten. Echt krass - oder?


Früher teilte sich ein Teil meiner Welt in Menschen mit oder ohne Kinder. Jetzt sind es Hunde. Die Kinder sind aus’m Haus. Dafür haben sich viele einen Vierbeiner angeschafft. Zum ersten Mal. Und manche kurz danach noch einen zweiten. Als sie merkten, dass ein Welpe sich nicht von alleine erzieht und beschäftigt. Und hoffen nun, das was sie nicht schaffen, erledigt jetzt das Minirudel. Tja, Hoffnung ist das Letzte das stirbt… Das mit der Selbst-Beschäftigung und Selbst- Erziehung hat bei den Kindern doch auch nicht wirklich funktioniert - oder?


Zu den gut zehn Millionen Hunden in Deutschland kamen 2020 nochmals 1,6 Millionen dazu - und ein paar Katzen. Gut, kuschelig, haarige Haustiere beschäftigen uns, sind immer da, sind dankbar, freuen sich und lassen sich streicheln. Tut dem Tier und auch den eigenen Nerven gut. Vor allem, wenn man auf einmal so viel zu Hause ist. Auf der anderen Seite sind Hunde ein triftiger und wichtiger Grund, das Haus zu verlassen. Geben einem Spaziergang endlich einen weiteren Sinn. Und schaffen Gesprächsanlässe. Das ist ähnlich wie früher mit Kindern…


Hundebesitzer sind aber offenbar eine eigene Welt für sich. Und auf gar keinen Fall meine. Ich gehöre nicht dazu. Da bin ich ausgeschlossen. Merke ich jeden Tag auf meiner Runde durch den Stadtwald. Wo ich immer die selben Dog Mums und Dads mit ihren Schützlingen sehe. Viele vereint im fachlichen Austausch über das richtige Futter, den besten Hundetrainer oder das gesündeste Leckerli. Da kann ich nicht mitreden. Will ich auch gar nicht. Würde aber gerne mal was dazu sagen, wie „schei**e“ es sich anfühlt, von vorne, hinten oder der Seite angesprungen zu werden. Oder in die Hinterlassenschaften der Viecher zu treten. Finden auch die vielen Eltern mit kleinen Kinder eher suboptimal. Dann würde ich gerne jedem sagen, dass die große Wiese ein landwirtschaftliches Nutzgebiet und Naherholungsgebiet ist. Oder besser war. Denn mittlerweile ist sie „nur“ noch ein Hundespielplatz und vollkommen zugekackt. Und nein, Hundekacke ist nicht Bio. Oder fressen all die Köter mittlerweile nur noch vegan bzw. vegetarisch?

Öffentliche Grünflächen sind Gemeingut!


Wir wohnen hier in recht dicht besiedelten Gebiet. Und haben zum großen Glück den Stadtwald und einige kleine Parkanlagen in direkter Nähe. Und die gehören uns allen. Den vielen Kindern im Stadtteil, den alten und jungen Menschen, den Joggern, Radfahrern und allen anderen. Und ja, auch den Hundebesitzern! Eigentlich gibt es für ein harmonisches, friedliches Miteinander unzählige geschriebene und ungeschriebene Regeln. Kennt die keiner mehr? Oder ist das „Nicht-Verhalten“ vieler schlicht Dummheit, Ignoranz, Faulheit oder Ähnliches?

Hinterlasse diesen Ort so, wie Du ihn vorzufinden wünschst!


Du liebst es, mit Deinem Hund in der Natur spazieren gehen zu können? Tut Dir gut und dem Vierbeiner auch? Schön. Dann wäre es für Dich, Deinen Liebling und all die vielen anderen Naturliebhaber schier perfekt, wenn Du einfach das was Du und Dein Hund mitbringen, wieder mit nach Hause nimmst. Damit die schöne Natur schlicht schöne Natur bleibt.


Das gilt übrigens für alle. Für jung und alt, Fußgänger, Jogger, Radfahrer, Hundehalter und alle anderen. Nehmt doch einfach das, was ihr mitbringt, wieder mit nach Hause. Bitte auch Papiertaschentücher, Getränkeflaschen, Pizzakartons, Eisbecher, Dönerverpackungen etc. und ja, die Kacke eures geliebten Vierbeiners auch! Die Natur sagt DANKE! Die Stadtreinigung ebenso. Und ich! ❤️lichen DANK!

P.S.: Ich mag Hunde! Das wollte ich noch gesagt haben…


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